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Geschichte von Rüblanden
Am 14. Oktober 903 wurde von er Kanzlei König Ludwig des Kindes eine Urkunde
ausgestellt, durch die dem Kloster St. Emmeran zu Regensburg ein Königsgut
geschenkt wurde. Dieses war ein Ort Namens Theorinhova, welcher zu Ottensoos
gehört und dem Ort Sendelbach benachbart gewesen sein soll. Bei Theorinhova
könnte es sich nach Meinung des Nürnberger Archivars Fritz Schnellbögel
bereits um Teile des jetzigen Rüblanden gehandelt haben.
Das Dorf Rüblanden, seit 1966 nach Ottensoos
eingemeindet, wurde im Jahre 1109, im Gründungsbuch des Kollegiatsstiftes
St. Jakob zu Bamberg erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet ein
Land, auf dem vorwiegend Rüben gebaut werden und das Dorf ist wahrscheinlich
am Anfang des 12. Jahrhunderts noch gar nicht vorhanden gewesen, sondern
erst im Laufe des 12. oder gar 13. Jahrhundert errichtet worden. Politisch
teilte Rüblanden in der Folgezeit sein Schicksal mit dem seiner näheren und
weiteren Umgebung; es gelangte im 12. Jahrhundert in den Besitz des
Staufischen Kaiserhauses und nach dessen Untergang 1268 mit der Staufischen
Erbschaft an das Haus der wittelsbacher Herzöge von Baiern. Als diese 1329
im Hausvertrag von Pavia ihre Lande endgültig teilten, kam mit dem Amt Lauf
auch Rüblanden in den Besitz der Pfälzer Linie und blieb bei dieser im 14.
Jahrhundert mit Ausnahme der Jahre 1353 bis 1373, in denen dieses Gebiet zu
Kaiser Karls IV. Landen in Baiern gehörte. Es wurde dann wieder
wittelsbachisch und kam bei der Pfälzer Teilung 1410 in die Hände der Linie
Pfalz-Mosbach, fiel nach deren Aussterben 1499 an Kurpfalz zurück. Durch den
sogen. Landshuter Erbfolgekrieg 1504/05 gelangte unser Gebiet aus Teil des
Pflegeamtes Lauf in den Besitz der Reichsstadt Nürnberg und blieb bei dieser
bis 1806. Seit 1818 gehörte Rüblanden zur Gemeinde Weigenhofen. Das Dorf
bestand damals aus 15 Häusern. Grundherrschaftlich, hinsichtlich des
Obereigentums, unterstanden die Rüblandener Güter zum Teil dem Grafen von
Hirschberg, zum Teil auch Nürnberger Bürger und Adeligen sowie dem Kloster
Engelthal. 1284 gaben Otnant und Hiltpolt von Rothenberg dem Kloster ein
Gut, das Graf Gebhard von Hirschberg dem Konvent eignete. 1312 besaß das
Kloster den Koboltshof und drei Güter in Rüblanden. Der Hof stammte von dem
Nürnberger Patrizier, Werner Nützel, ein Gut von der Schilherin, zwei von
Konrad Vosler, die alle Graf Gebhard eignete. 1317 verkaufte der Nürnberger
Heinrich Held ein halbes Gut an das Kloster. 1322 Pfarrer Gottfried von
Ottensoos das Sweglergut. 1330 kaufte die Priorin einen Hof von Gebhard II.
von Henfenfeld, 1345 einen Hof und ein Seldengut von dem Ministerialen
Heinrich Rindsmaul; von dieser Familie erwarb der Konvent 1354 einen
weiteren Hof. 1547 besaß das Kloster Engelthal in Rüblanden 9 Höfe und ein
Gut. Dem Kloster war es also gelungen, die Anwesen von Rüblanden bis auf 2
in seine Hände zu bringen. Ein Gut tauschte der Konvent 1493 gegen ein Gut
zu Unterartelshofen ein; es hatte zum Eigen der Probstei Hersbruck gehört.
Den Koboltshof und ein Gütlein zu Rüblanden vertauschte das Kloster 1566 an
Hans von Furtenbach gegen ein Gut zu Weigenhofen. Dieser Koboltshof, der
größte in Rüblanden, gehörte dann 1730 der Nürnberger Patrizierfamilie Kreß
und um 1800 der Patrizierfamilie zu Praun. Zum Kopoltshof gehörte ein aus
diesem hervorgegangenen Tripfhäuslein (Hausnummer 8). Mit der Entstehung und
Entwicklung von Rüblanden hat sich intensiv Jost Weber befasst und ist dabei
durch seine eingehenden Untersuchungen der Flurformen jedes der alten
Anwesen zu bemerkenswerten, durchweg unumstößlichen Ergebnissen gekommen,
die darin gipfeln, dass außer dem Koboltshof (Nr.11), der schon durch seine
Größe und seine geschlossene Blockflur eine Sonderstellung einnimmt, nur
noch 2 große Höfe in Rüblanden existierten, von denen sich im Mittelalter
fast alle absplitterten. Diese 2 Höfe lauten beiderseits der großen
Nordsüdstraße einander gegenüber und durch deren Teilung entstanden 2
Anwesengruppen an der westlichen und einer östlichen Seitengasse. Weber hat
aufgrund der Ackerformen nachgewiesen dass der 1317 erstmal urkundlich
erwähnte Weberbauernhof (Nr.1), der Hirtenbauernhof (Nr.13) und der
Peterbauernhof (Nr.14), beide in Engelthaler Salbuch von 1312 erstmal
genannt, ursprünglich zusammengehörten und eine Einheit bildeten. Im späten
13. Jahrhundert kaufte das Kloster Engelthal von Graf Gebhard von Hirschberg
den 1248 in der Überlieferung auftauchenden Lenzerbauernhof (Nr.5). Auch
beim Simmelbauernhof (Nr.9) ist durch die Nachbarschaft der zugehörigen
Ackerparzellen und die Gleichheit der Gült und Größe erwiesen, dass diese
bereits im Engelthaler Salbuch von 1312 aufgeführten Anwesen ursprünglich
zusammengehörten. Der 1349 erstmals erwähnte Fuchsbauernhof (Nr.6) hat
Besitzparzellen die sämtlich zwischen denen liegen, die den geteilten Höfen
Nummer 5 & 9 zuerkannt wurden, auch seine Gült und sein Umfang entsprechen
dieser westlichen Gruppe; er sich wohl schon vor 1312 von dem großen
westlichen Urhof abgespalten. Die Anwesen an der östlichen Seitengasse Nr.1,
12, 13,14,15 liegen unmittelbar aneinander angrenzend, so dass schon daraus
eine ursprüngliche Zusammengehörigkeit vermutet werden kann. Der
Stegerbauernhof (Nr.12) wurde um 1330 durch das Kloster von Gebhard von
Henfenfeld erworben, der seit 1345 bekannte Leherbauernhof (Nr.15) von dem
Ministerialen Heinrich Rindsmaul. Die Nachbarschaft dieser Höfe kommt auch
im Flurbild zum Ausdruck. Im Salbuch von 1312 wird erwähnt, dass das Kloster
von Otto von Braunsbach ein halbes Gut kaufte. Es waren das die damals noch
nicht geteilten Nr.1 und 12. Nr.11 nimmt eine gewisse Sonderstellung ein. Es
wurde in den Engelthalern Salbüchern von 1312 und 1350 gar noch nicht unter
den Rüblander Anwesen aufgeführt sondern erst im Salbuch von 1437. Die
dortigen Bauern haben es eigenartigerweise gar nicht so recht zu ihrem Dorf
gerechnet. Es ist daher zu vermuten, dass dieser Hof die Muttersiedlung von
Rüblanden sei und mit den beiden später geteilten Höfen der östlichen und
westlichen Seitengasse des Dorfes dessen ältesten Bestand bildete. Im Jahre
1559 wurde zwischen der Gemeinde und dem Koboltshof ein Einigungsvertrag
geschlossen. Wie schon erwähnt, wurde 1566 der Koboltshof, der ebenfalls zum
Besitz des Klosters Engelthal gehörte, vom Kloster gegen einen Hof in
Weigenhofen an Hans von Furtenbach vertauscht und wechselte dann wiederholt
den Besitzer (Eigenherrn). Um 1730 gehörte er der Patrizierfamilie Imhoff,
dann bis zum 19. Jahrhundert der Familie von Praun. Noch um 1820 hatte
Rüblanden 15 Anwesen. Bald darauf wurden jedoch verschiedene neue kleine
Bauernanwesen errichtet und im Jahre 1925 bestand das Dorf Rüblanden aus 25
Anwesen. Um 1950 war es noch nicht viel anders. Nach dem Zweiten Weltkrieg
entstanden aber mehrere neue, es handelte sich aber meist um
Wochenendhäuser, die nicht dauernd bewohnt sind. Die im 19. und 20.
Jahrhundert neu errichteten Anwesen sind durchweg so genannte Ausbrüche aus
dem Grundbesitz der alten Bauerngüter
Quelle: "Ottensoos" von Wilhelm Schwemmer
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